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Diorama Tunisia 1943
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Autor Eintrag
Bravo21
Di Dez 06 2016, 01:31
Registriertes Mitglied #529
Dabei seit: Sa Feb 06 2016, 02:22
Einträge: 19

Hallo zusammen

Vor einigen Tagen hatte ich mein zweites Diorama fertiggestellt. Es handelt sich dabei um mein zweites Diorama überhaupt. Es ging mir bei diesem Projekt hauptsächlich darum, neue Techniken wie Chipping, Rost Effekte, Weathering und das Modellieren einer Wüstenlandschaft zu erlernen. Weiter natürlich auch die Figurenmalerei zu verbessern. Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis doch recht zufrieden, doch nun einmal von Anfang an.

Als Hauptmodell hatte ich mich für den altbekannten Tamiya Kübelwagen Type 82 Africa Corps 35238 in 1:35 entschieden. Erst sollte dieser alleine auf einer kleinen runden Diorama-Base platziert werden, doch dann gesellte sich noch das Tamiya Tent Set 35074 aus dem Jahre 1975 dazu. Eine altbekannte Kombination, welche sicherlich auch schon zu x-mal gebaut wurde.

Tamiya Kübelwagen Type 82 Africa Corps 35238

Tunisia 1943 10

Tamiya Tent Set 35074

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Für das Chipping gibt es ja die verschiedensten Techniken, ich hatte es für das erste Mal mit dem Vallejo Chipping Medium 76.550 versucht. Da ich keine anderen Referenzwerte habe, kann ich jetzt nicht sagen, ob es besonders gut oder schlecht ist. Ich bin damit als absoluter Anfänger und etwas Recherche jedenfalls nicht schlecht davongekommen. Den Teil mit dem Rost muss sich sicherlich noch etwas üben, respektive die Rostfarbe als Grund verwenden, damit diese beim Wegkratzen des finalen Lackes hervorkommt. Jedoch hat an einigen Stellen die Rostfarbe mit den passenden Pigmenten auch zu authentischen Ergebnissen geführt. Der «Kübel» sollte ja auch nicht an allen Stellen rosten, zumal dies für ein Wüstendiorama ja sowieso ein grosser Diskussionspunkt ist. Ich habe sehr viel Zeit mit Recherche im Netz verbracht und bin auf immer widersprüchliche Aussagen gestossen. Teils wurde das Thema auch heftigst in der Community diskutiert. Ich kann mir gut vorstellen, dass mangels Feuchtigkeit und den regelmässigen Sandstürmen wohl wenig Rost entstanden ist, oder dieser anschliessend, wie die meisten Gegenstände, Sandgestrahlt wurde. Meiner war meinetwegen dann halt nahe an der Küste Stationiert und durch die salzige Meer Luft korrodiert 8-) Weiter ist da noch der Diskussionspunkt mit der Lackierung der DAK Fahrzeuge. Vermutlich hätte ich diesen innen im RAL 7021 Dunkelgrau und nur aussen mit RAL 8020 Sandbraun Lackieren sollen. Doch nach anderen Quellen sollte es nach dem 25. März 1942 auch durchwegs komplett in Sandbraun lackierte Modelle gegeben haben.

Schlussendlich hatte ich mich so lange mit den Farben beschäftigt und allerlei widersprüchliche Informationen gesammelt. Aufgrund der Teils katastrophalen Versorgungslage des DAK wird es wohl auch irgendwo die verschiedensten Kombinationen an Materialien und Uniformen gegeben haben. So habe ich mich für das entschieden, wie es mir am besten erschien. 

Die Figuren sind noch etwas eintönig was die Haut betrifft, da arbeite ich noch daran. Zumindest habe ich versucht den Hautton etwas in eine gebräunte rötliche Richtung zu bringen, was unter der Wüstensonne nicht weit hergeholt ist. Am Zelt gab es einiges zu spachteln, was aber wieder auf die Kosten der Gewebestruktur gegangen ist. Ich habe das Beste rausgeholt was für mein Erfahrung Level drin war und habe das Zelt noch etwas mit Seilen, Heringen (ja diese sind etwas gross geraten) und einem «Teppich» ausgestattet. Hierzu konnte ich das Stofflager meiner Frau in Ihrem kleinen Nähatelier nach einem passenden Stück durchforsten. Dieses dann zugeschnitten und aufgeklebt, danach mit Airbrush in den passenden Farbton gebracht. Ich konnte leider nicht wirklich ausfindig machen, was für eine Unterlage in den Zelten verwendet wurde. Ein Hinweis aus dem Spielfilm «Der Stern von Afrika» konnte da etwas Hilfestellung geben.

Etwas was auch nicht vorgesehen war, sind die Kabel des Funkgeräts. Diese sind im Kit nicht vorgesehen, auf der Illustration der Schachtel jedoch abgebildet. Ich habe lange mit verschiedenen Materialien experimentiert, ja selbst der teuerste Nähfaden meiner Frau wurde dafür ausgeliehen, doch auch dieser brachte nicht das gewünschte Ergebnis – ausser einer Standpauke von letzterer, mit einem Vortrag über Nähgarn oder Nähfaden? … ach ich hab’s wieder vergessen 8-)

Nun ja, der letztliche Sieger der Auswahl für das passende Material war der gute alte gezogene Guss-Ast. Genug dünn konnte sich dieser auch noch etwas formen lassen und mittels Sekundenkleber auch gut befestigt werden. Das Ergebnis hat mich doch etwas positiv überrascht du ich bin im Nachhinein froh, diese nervenaufreibende Arbeit in Angriff genommen zu haben.

Was gibt es noch zu sagen, ach ja, die Antenne des Funkgeräts war auch nicht vorgesehen, diese habe ich auch selbst gebaut, was leicht an der etwas zu dick geratenen Antenne ersichtlich ist. Hierfür habe ich mich an die Illustration auf der Schachtel orientiert. Den Kübelwagen habe ich noch mit etwas Material aus den Accessoires Kits Tamiya Jerry Cans Set 35026, Tamiya German Infantry Weapons Set 35111 und Tamiya Sand Bags Set 35025 ausgestatten. Aus denen ist auch das alte Öl oder Benzinfass sowie das Kar 98k Gewehr.

Tamiya Sand Bags Set 35025

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Tamiya Jerry Cans Set 35026

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Tamiya German Infantry Weapons Set 35111

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Nicht zufrieden bin ich mit dem Wüstendiorama selbst. Die wüste Wüste ist zu… naja ist etwas schwer zu erklären aber Ihr seht das Problem ja selber. Diese sieht teilweise eher aus wie getrockneter Schlamm. Ich habe die Vallejo Paste 26.217 «Desert Sand» verwendet, wohl falsch, denn ich habe schon sehr schöne Ergebnisse daraus gesehen.

Die Fotos wollte ich absichtlich im freien und bei Sonnenschein machen, da ich dies am passendsten für diese Szene in der Wüste finde. Die Innenaufnahmen haben mich noch weniger überzeugt. Leider spielte das Wetter im Schweizer Mittelland die Tage nicht so mit, wenn ich Zeit hatte das Diorama zu fotografieren. Also nutzte ich die kurze Gelegenheit am letzten Sonntagnachmittag aus, in den 5 Minuten zwischen dem lichten des Nebels und dem Sonnenuntergang. Leider hatte ich auch noch etwas Probleme mit der Kamera, ich vermute an der fehlenden Tiefenschärfe eine falsche Blendeneinstellung doch dies ist wieder ein anderes Thema. Ich werde bei Gelegenheit noch bessere Bilder nachliefern.

So, ich hoffe ich habe euch nicht zu fest gelangweilt und zeige noch die versprochenen Bilder. Hinweise, Kritik und Tipps sind natürlich gerne willkommen.

 

Tunisia 1943 1
 

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Viele Grüsse

Marco

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pog68
Fr Dez 09 2016, 12:09
Registriertes Mitglied #23
Dabei seit: Do Dez 30 2010, 07:55
Einträge: 64
Hallo Marco

gefällt mir ausgesprochen gut Dein Dio. Weiter so!

Beste Grüsse

Patrick
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